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Letzter Rückführungstransport aus England erreicht Deutschland

16.06.2026

Umladung für den Weitertransport zum bundeseigenen Zwischenlager Brokdorf im Hafen Brunsbüttel – Grenzwerte werden weit unterschritten

Heute am frühen Morgen hat die „Pacific Grebe“, ein englisches Spezialschiff für den Transport radioaktiver Materialien, planmäßig den norddeutschen Hafen Brunsbüttel erreicht. An Bord befinden sich sieben Behälter vom Typ CASTOR® HAW28M mit radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im englischen Sellafield. Die Behälter werden nun für den Weitertransport zum staatlichen Zwischenlager Brokdorf vom Schiff auf Transportfahrzeuge umgeladen.

Erneute Messungen an allen Behältern

Im Rahmen der Umladung am Hafen werden von Sachverständigen erneut Messungen an allen sieben beladenen Fahrzeugen durchgeführt, um nachzuweisen, dass der gesetzlich vorgegebene Grenzwert für die Ortsdosisleistung („Strahlung“) während des weiteren Transports zuverlässig eingehalten wird. Diese ergänzen die bereits in Sellafield an den beladenen Behältern durchgeführten Messungen, die die Voraussetzung für Genehmigung und Durchführung des Transports waren.

Diese Messungen hatten ergeben, dass der gesetzliche Grenzwert von 100 µSv/h („Mikrosievert pro Stunde“) für die Ortsdosisleistung (ODL) in 2 Metern Abstand von der Außenfläche des Transportfahrzeugs weit unterschritten wird: Der höchste in diesem Abstand gemessene Wert liegt bei 28 µSv/h, also weniger als einem Drittel des höchstens erlaubten Wertes.

Weitertransport zum Zwischenlager

Da der Zwischenlagerstandort Brokdorf über keinen Gleisanschluss verfügt, erfolgt der Antransport auf der Straße. Wenn die sieben Fahrzeuge mit den CASTOR®-Behältern das Kernkraftwerks- und Zwischenlagergelände erreicht haben, ist der Transport abgeschlossen. In den darauffolgenden Tagen werden die Transportfahrzeuge einzeln in das Zwischenlagergebäude der bundeseigenen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH fahren, wo die Behälter abgeladen, vorbereitet und eingelagert werden.

Hintergrund

Die erforderliche Transportgenehmigung gemäß § 4 AtG hat das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im März 2026 erteilt. Die Aufbewahrungsgenehmigung gemäß § 6 AtG zur Einlagerung der verglasten Wiederaufarbeitungsabfälle hatte die bundeseigene BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH, die das Zwischenlager Brokdorf betreibt, bereits im März 2024 vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erhalten.

Die Kernkraftwerksbetreiber haben sich zur Rücknahme der Abfälle aus der Wiederaufarbeitung ihrer Brennelemente im Ausland vertraglich verpflichtet. Als zentralen Dienstleister für die Abwicklung der Rückführung haben sie die GNS Gesellschaft für Nuklear-Service beauftragt. Darüber hinaus bestehen völkerrechtliche Vereinbarungen zwischen Deutschland und Großbritannien, die die Rücknahme sicherstellen. Die Aufteilung der noch aus dem Ausland zurückzuführenden Wiederaufarbeitungsabfälle auf mehrere Zwischenlagerstandorte basiert auf einem Konzept der Bundesregierung.

Informationen zum Strahlenschutz rund um den Transport finden sich außerdem hier: 
https://www.grs.de/de/aktuelles/castor-transport-von-sellafield-ins-zwischenlager-brokdorf

GNS-Infoportal zur Rückführung

Umfassende Informationen rund um die Rückführung deutscher Wiederaufarbeitungsabfälle und den anstehenden Transport hat die GNS auf einer gesonderten Website zusammengestellt. Hier finden sich weitere Hintergrundinformationen, Fotos und Grafiken sowie Ansprechpartner der beteiligten Unternehmen: rueckfuehrung.gns.de

Bei Rückfragen
Michael Köbl
Leiter Kommunikation, GNS-Gruppe

GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH
Frohnhauser Straße 67
45127 Essen
Deutschland

+49 (0)201 109-1444
michael.koebl@gns.de