Reststoffverfolgung im Rückbau (RVR)

RVR dient der Erfassung, Verwaltung und Freigabe von Reststoffen im Rückbau von kerntechnische Anlagen. Es ist ein System zur elektronischen Erfassung und Verfolgung von Reststoffen bis zur Freigabe nach §29 StrlSchV oder dem Übergang zum radioaktiven Abfall. Es ergänzt damit das AVK und schließt die Lücke bei der Erfassung von radioaktivem Material.

RVR kann in bestehende Infrastruktur integriert werden (z. B. Betriebsführungsysteme oder AVK) und bietet Anbindung an verschiedene Systeme wie Messeinrichtungen (z. B. Freimessanlage/FMA).

Das Zentralmodul bildet übergeordnete Prozesse zur Steuerung von Freigabekampagnen ab:

  • Voruntersuchung / radiologische Charakterisierung
  • Verwaltung von Freigabekampagnen, -chargen und -ablaufpläne
  • Verarbeitungschargen zur Demontage, Dekontamination, Sortieren, Zerlegen/Zerkleinern, Messung, Lagerung etc.
  • Leerbehälterkreisläufe, Ressourcen-, Dokumentenverwaltung, etc.
  • Datenverwaltung zur Orientierungs-, Entscheidungs- und Kontrollmessung

Das Eingabemodul kann dabei an beliebigen Orten eingesetzt werden. Eine schnelle Massendatenerfassung ist auch durch nicht EDV-affines Personal möglich. Bedient wird das Programm über einen Bar- / QR-Code-Scanner (fast) ohne Notwendigkeit einer Tastatur.

Es erfasst Reststoffdaten sowie Zuordnung von Vorgänger-Reststoffen zu Nachfolger-Reststoffen bzw. Nachfolger-Abfällen. Für viele ähnliche Reststoffe die im Rahmen eines Prozesses erzeugt werden (Herkunft, Nuklidvektor, Abfallart, ...) gibt es bereits Voreinstellungen. Zur Kennzeichnung von Reststoffeinheiten (inkl. QR- oder Barcode) werden Labels ausgegeben.