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GNS meldet Anzeige „Sperrdruck tief“

01.11.2009

Am 31.10.2009 wurde um 13:35 Uhr vom Behälterüberwachungssystem im Zwischenlager Gorleben die Meldung „Sperrdruck tief“ ausgelöst. Diese Anzeige bezog sich auf den CASTOR® HAW 20/28 CG - Behälter mit der Seriennummer 69, der am 19.12.2005 auf seinen Stellplatz mit der Nummer 62 abgestellt wurde. Die GNS hat die Aufsichtsbehörde unverzüglich informiert. Der Behälter wurde noch am selben Tag in den Wartungsraum des Zwischenlagers gebracht, um die Ursache der Anzeige zu ermitteln.

Dort wurde festgestellt, dass die Ursache für die Meldung ein elektrischer Defekt in der Anschlussgarnitur, dem Verbindungskabel zwischen dem Behälter und dem Behälter-Überwachungssystem des Zwischenlagers, war. Die defekte Garnitur wurde noch am Sonnabend im Beisein der Aufsichtsbehörde ausgetauscht. Anschließend wurde der Behälter wieder auf seinen Stellplatz zurück gebracht.

Am 01.11.2009 wurde um 04:45 Uhr vom Behälterüberwachungssystem wieder die selbe Meldung ausgelöst. Die Aufsichtsbehörde wurde sofort informiert. Obwohl der Vorgang ohne jegliche sicherheitstechnische Bedeutung ist, hat die GNS umgehend mit der Untersuchung dieses Vorgangs begonnen.

Gemäß der internationalen INES-Skala („International Nuclear Event Scale“), die von 1 bis 7 reicht, müssen beide Ereignisse  in die darunter liegende Stufe „Null“ eingeordnet werden. Das bedeutet: „Ohne jegliche sicherheitstechnische Relevanz“. Vielmehr hat das Überwachungssystem erneut seine Funktionsfähigkeit bewiesen.

Hintergrund:
Jeder CASTOR®-Behälter ist im Zwischenlager mit zwei Deckeln verschlossen. Der Zwischenraum zwischen beiden Deckeln – der Sperrraum –  wird zur Kontrolle der Dichtungssysteme mit einem Gas mit Überdruck befüllt. Bei nachlassenden Druck in diesem Sperrraum wird automatisch die Meldung „Sperrdruck tief“ ausgelöst. In diesem Fall muss geprüft werden, ob ein Defekt beim überwachenden Druckschalter bzw. den Anschlusskabeln vorliegt. Denkbar ist auch, dass entweder beim unteren Primärdeckel oder beim oberen Sekundärdeckel die Funktion einer Dichtung nachlässt.

Jeder einzelne der beiden Deckel sorgt bereits für den vollständig gasdichten Verschluss des Behälters, unabhängig von der Funktion des anderen Deckels. Deshalb kann auch vom eingelagerten radioaktiven Inventar nichts nach außen gelangen. Dazu kommt noch, dass die in Gorleben eingelagerten HAW-Behälter jeweils mit 28 ebenfalls gasdicht verschlossenen Edelstahlzylindern, den Glaskokillen, befüllt sind. Erst innerhalb dieser Behälter befindet sich das radioaktive Material, welches in massive Glasblöcke eingeschmolzen ist und deshalb auch nicht aus den inneren Edelstahlbehältern entweichen kann.

Für Rückfragen:

 


Jürgen Auer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gorleben
05882/10-129