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Ergebnisse des Endlagersymposiums 2008

03.11.2008

Auf dem Endlagersymposium des Bundesumweltministers diskutierten vom 30. Oktober bis zum 1. November 2008 in Berlin mehr als 350 Teilnehmer unter dem Titel „Anforderungen an eine sichere Endlagerung“ über Möglichkeiten und Kriterien der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle. Dabei waren auch Experten der GNS, die in mehreren Beiträgen die Position der kerntechnischen Industrie vertraten.

Holger Bröskamp, Sprecher der GNS-Geschäftsführung und Mitglied der Entsorgungskommission (ESK) des Bundesumweltministers, forderte in seinem Vortrag „Das Gorleben-Moratorium und Argumente für die Weiterführung der Erkundungen“ die sofortige Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten in Gorleben: „Aus Sicht der Energiewirtschaft bestehen nach Klärung der Zweifelsfragen und Vorlage des Syntheseberichts des BfS Ende November 2005 keine Gründe mehr, das Moratorium aufrecht zu erhalten.“

Für das weitere Vorgehen unterbreitete Bröskamp einen Vorschlag, der insbesondere auch Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz des weiteren Verfahrens enthält.

Zur mehrfach geäußerten Kritik am Auswahlverfahren des Standorts Gorleben und der daraus abgeleiteten Forderung nach einer neuen Standortsuche bemerkte Bröskamp: „Die Forderungen nach einem neuen Suchverfahren berücksichtigt nicht, dass die Festlegung von Gorleben auf einem kriteriengesteuerten Auswahlprozess beruht.“ Dieser wurde auf dem Berliner Symposium im Vortrag „Die Auswahl des Standortes Gorleben aus Sicht des niedersächsischen Umweltministeriums“ von Joachim Bluth/NMU detailliert beschrieben.

Einen großen Teil des Symposiums nahm die Diskussion über die im August vom Bundesumweltminister neu vorgeschlagenen Sicherheitskriterien für ein Endlager für hochradioaktive Stoffe ein. Auch wenn es grundsätzlich begrüßt wurde, dass der BMU im August 2008 endlich neue Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung vorgelegt hat, um die bisherigen Sicherheitskriterien von 1983 fortzuentwickeln, so wurden diese inhaltlich jedoch von allen Vortragenden kritisiert.

In seiner Kurzstellungnahme zu dem Vorschlag kritisierte GNS-Endlagerexperte Dr. Klaus-Jürgen Brammer unter anderem das von den Vorschlägen von RSK und SSK (Reaktorsicherheits- bzw. Strahlenschutzkommission des BMU) substanziell abweichende Vorgehen: „Der Bewertungsmaßstab zur Langzeitsicherheit ist nicht aus den atomrechtlichen Vorschriften und dem internationalen Regelwerk abgeleitet“. Damit stelle es keine brauchbare Basis für ein Regelwerk dar.

Auch wenn die Diskussionen auf dem Symposium teilweise sehr emotional geführt wurden, so bestand doch weitestgehend Einvernehmen, dass der Dialog zwischen den Beteiligten fortgesetzt werden sollte. Die Industrie hat hierzu ihre Bereitschaft erklärt.

Materialien zum Symposium:

Manuskript und Charts des Vortrags „Das Gorleben-Moratorium und Argumente für die Weiterführung der Erkundungen“ von Holger Bröskamp 

Manuskript der Kurzstellungnahme zum Entwurf der neuen Sicherheitskriterien von Dr. Klaus-Jürgen Brammer