Zwischenlager Ahaus

Das Transportbehälterlager (TBL) Ahaus ist ein Zwischenlager zur Aufbewahrung von gebrauchten Brennelementen und zur Lagerung von sonstigen radioaktiven Stoffen. Das Zwischenlager befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Ahaus (westliches Münsterland), etwa 3 Kilometer östlich des Stadtzentrums. Betrieben wird das Lager von der GNS.

Das Transportbehälterlager Ahaus wurde von 1984 bis 1990 errichtet. Die Lagerhalle besteht aus zwei durch einen Empfangs- und Wartungsbereich voneinander getrennten Lagerhallenhälften.

Erste Einlagerung eines Konrad-Containers in der westlichen Hallenhälfte
Im Transportbehälterlager Ahaus werden seit März 1998 sechs CASTOR®-V-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus deutschen Leichtwasserreaktoren gelagert. Die ebenso hier lagernden, deutlich kleineren 305 CASTOR®-THTR-Behälter sind mit bestrahlten Brennelementen aus dem stillgelegten Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) in Hamm-Uentrop beladen. Der Abtransport dieser Brennelemente in das Zwischenlager Ahaus war eine unverzichtbare Voraussetzung für die Stilllegung dieses Kraftwerkes. Darüber hinaus lagern hier seit 2005 18 Behälter vom Typ CASTOR® MTR 2 mit Brennelementen aus dem Forschungsreaktor in Rossendorf.

Die im TBL-A aufbewahrten radioaktiven Abfälle entwickeln zum Teil noch Wärme und müssen noch mehrere Jahrzehnte abkühlen, bevor sie an ein Endlager abgegeben werden können. Aufgrund ihrer hohen Strahlung sind auch besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Ihr Transport und die Zwischenlagerung erfolgen daher in eigens dafür entwickelten Sicherheitsbehältern, z. B. vom Typ CASTOR®. Diese Behälter sind so konstruiert, dass sie bereits alle Schutzfunktionen erfüllen. So gelangen keine radioaktiven Stoffe in die Umwelt und nur ein Bruchteil der ursprünglichen Gamma- und Neutronenstrahlung wird nach außen abgegeben. In umfangreichen Tests wurde nachgewiesen, dass der CASTOR® selbst bei schweren Unfällen seinen Inhalt weiterhin sicher einschließt. Darüber hinaus wird die Dichtheit der Behälter während der gesamten Zwischenlagerzeit ständig überwacht. Die Transportbehälter-Lagerhalle ist so konstruiert, dass die von den Behältern abgegebene Wärme durch die natürliche Luftkonvektion abgeführt wird.

Auf einer Nutzfläche von ca. 5.000 m² verfügt das TBL-A über 420 Stellplätze für Transport- und Lagerbehälter.

Die eingelagerten CASTOR®-Behälter nehmen nur etwas mehr als zehn Prozent der Lagerkapazität in Anspruch. In der westlichen Hallenhälfte werden daher seit 2010 schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung deutscher Kernkraftwerke zwischengelagert. Mit Beginn der Annahmebereitschaft sollen die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle in das Endlager des Bundes „Schacht Konrad“ eingebracht werden.

Im GNS-Werk Ahaus sind 28 Mitarbeiter tätig. Ausgebildet werden Fachkräfte für Schutz und Sicherheit sowie Kaufleute für Büromanagement.

Radiologische Fernüberwachung

Zum Schutz von Umwelt und Bevölkerung wird die Strahlung am Anlagenzaun kontinuierlich überwacht. Die Messwerte liegen seit Betriebsbeginn des Zwischenlagers stets im Schwankungsbereich der natürlichen Strahlung und somit deutlich unter den Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung.

Zusätzlich zu den Messungen des Betreibers nimmt die Aufsichtsbehörde (Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen) permanent Messungen vor und veröffentlicht die Messergebnisse tagesaktuell unter folgendem Link: http://www.rfue.nrw.de/kta_start.html

Staat übernimmt Zwischenlager

Mitte Oktober 2016 hat das Bundeskabinett das „Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung der kerntechnischen Entsorgung“ verabschiedet. Es dient der Umsetzung der Empfehlungen der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK), die ihren Bericht im April vorgelegt hatte. Danach soll der Staat nicht mehr nur wie bisher für die Endlagerung, sondern künftig bereits für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle die Verantwortung übernehmen. Die Finanzierungslast soll durch die Energieversorger (EVU) als Abfallverursacher getragen werden, indem sie die notwendigen liquiden Mittel in einen öffentlich-rechtlichen Fonds einzahlen. Das Gesetz soll zügig im parlamentarischen Verfahren verabschiedet werden.

Gemäß dem derzeitigen Gesetzesentwurf sollen alle Lager der EVU, darunter auch die Zwischenlager der GNS in Ahaus und Gorleben, im Jahr 2019 (BE/HAW) bzw. 2020 (LAW/MAW) vom Staat übernommen werden.

1. Mannschaft 2016/2017
Eintracht Ahaus

Seit 2011 ist die GNS Hauptsponsor des SV Eintracht Ahaus e.V.