Zwischenlager Ahaus

Das Transportbehälterlager Ahaus (TBL-A) ist ein Zwischenlager zur Aufbewahrung von ausgedienten Brennelementen und Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Das von der GNS betriebene Zwischenlager befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Ahaus im westlichen Münsterland, etwa 3 Kilometer östlich des Stadtzentrums. Das Transportbehälterlager Ahaus wurde von 1984 bis 1990 errichtet. Die Lagerhalle besteht aus zwei durch einen Empfangs- und Wartungsbereich voneinander getrennten Lagerhallenhälften.

Aktuelle Projekte und Vorhaben des Zwischenlagers Ahaus finden Sie hier.

Sicherheit und Umweltschutz

Die Zwischenlagerung der ausgedienten Brennelemente erfolgt in eigens dafür entwickelten Sicherheitsbehältern vom Typ CASTOR®. Diese Behälter sind so konstruiert, dass sie bereits alle Schutzziele erfüllen. In umfangreichen Tests wurde nachgewiesen, dass der CASTOR®selbst bei schweren Unfällen und Einwirkungen seinen Inhalt weiterhin sicher einschließt. Darüber hinaus wird die Dichtheit der Behälter während der gesamten Zwischenlagerzeit permanent überwacht. So gelangen keine radioaktiven Stoffe in die Umwelt.

Die Strahlung am Anlagenzaun wird kontinuierlich überwacht. Die Messwerte liegen seit Einlagerungsbeginn im Schwankungsbereich der natürlichen Strahlung und somit weit unter den Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung. Zusätzlich zu den Messungen der GNS betreibt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) ein eigenes, von der GNS unabhängiges Messsystem rund um die Anlage. Die Behörde veröffentlicht die Messergebnisse tagesaktuell unter folgendem Link: http://www.rfue.nrw.de/kta_start.html

Eingelagerte Brennelemente und schwachradioaktive Abfälle

Erste Einlagerung eines Konrad-Containers in der westlichen Hallenhälfte

Auf einer Fläche von ca. 5.000 m² verfügt das TBL-A über 420 Stellplätze für Transport- und Lagerbehälter. Die 329 CASTOR®-Behälter nehmen nur etwas mehr als zehn Prozent der Lagerkapazität in Anspruch. In der westlichen Hallenhälfte werden daher seit 2010 schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung deutscher Kernkraftwerke zwischengelagert. Mit Beginn seiner Annahmebereitschaft sollen diese Abfälle an das Bundesendlager Konrad abgegeben werden. GNS hat dazu Ende August 2016 eine Verlängerung der Lagerung der schwachradioaktiven Abfälle bei der Bezirksregierung Münster beantragt, um diese bis zu deren Abgabe an das Endlager Konrad weiterhin rechtssicher aufbewahren zu können. Dabei bleiben die bislang genehmigte Art und Höchstmenge sowie das Aktivitätsinventar der schwachradioaktiven Abfälle unverändert.

Einen Überblick über alle eingelagerten Behälter finden Sie hier.

GNS am Standort Ahaus

Besuchen Sie uns im Informationshaus, wo zu allen Themen rund um die Entsorgung von Kernkraftwerken klar Stellung bezogen wird und der persönliche Austausch im Vordergrund steht. Alle Bürger sind nach wie vor herzlich eingeladen, sich hier vor Ort über die sichere Zwischenlagerung und die Entsorgung von Kernkraftwerken zu informieren.

Zudem fördert GNS das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Ahaus. Viele Vereine, Vorhaben und Projekte in Ahaus wurden in den vergangenen Jahrzehnten unterstützt. Der Schwerpunkt des Engagements liegt heute neben der Unterstützung ausgesuchter Aktionen in Ahaus auf dem Sponsoring der kulturell bedeutsamen Veranstaltung „Kunst am Schloss“ und des Fußballlandesligisten Eintracht Ahaus, dessen Hauptsponsor GNS seit 2011 ist: SV Eintracht Ahaus e.V.

1. Mannschaft 2016/2017

 

 

 

 

 

Staat übernimmt Zwischenlager

Am 16.12.2016 hat der Deutsche Bundestag  das „Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung der kerntechnischen Entsorgung“ verabschiedet. Es dient der Umsetzung der Empfehlungen der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK), die ihren Bericht im April vorgelegt hatte. Danach soll der Staat nicht mehr nur wie bisher für die Endlagerung, sondern künftig bereits für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle die Verantwortung übernehmen. Die Finanzierungslast soll durch die Energieversorger (EVU) als Abfallverursacher getragen werden, indem sie die notwendigen liquiden Mittel in einen öffentlich-rechtlichen Fonds einzahlen. Das Gesetz soll zügig im parlamentarischen Verfahren verabschiedet werden.

Gemäß den neuen gesetzlichen Regelungen sollen alle Lager der EVU, darunter auch die Zwischenlager der GNS in Ahaus und Gorleben, im Jahr 2019 (BE/HAW) bzw. 2020 (LAW/MAW) vom Staat übernommen werden. 

Meldung Deutscher Bundestag: https://www.bundestag.de/#url=L2Rva3VtZW50ZS90ZXh0YXJjaGl2LzIwMTYva3c1MC1kZS1rZXJudGVjaG5pc2NoZS1lbnRzb3JndW5nLzQ4MzgzOA==&mod=mod445720

Hintergrundinformationen des zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums:

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/G/gesetz-zur-neuordnung-der-verantwortung-der-kerntechnischen-entsorgung-fakten-hintergruende,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf